Wem kann ich wirklich vertrauen?

Schon im Mutterleib erlebt das heranwachsende Kind Geborgenheit  – es ist versorgt durch die Nabelschnur der Mutter, spürt ihre Wärme, hört ihr Herz pochen und ihre Stimme sprechen, es ist nie allein, kann ruhig sein und vertrauen. Wir sprechen vom sogenannten „Urvertrauen„.

Was ist Urvertrauen?

Es ist die Erfahrung, dass ich nicht in ständiger Angst und Unsicherheit leben brauche (was auch niemand könnte), sondern dass es Dinge und Menschen gibt, die mir wohlgesonnen sind, die mich lieben und mir zur Seite stehen.

Manchmal kann das so wichtige Urvertrauen nur eingeschränkt entstehen, weil vielleicht die Schwangerschaft gestört ist oder die frühe Kindheit durch schlimme Erlebnisse geprägt wird. Das hat tiefer greifende Folgen, die meist das ganze Leben spürbar bleiben.

Doch selbst, wenn alles gut verläuft, merken auch „gesunde Kinder“ schnell, dass es im Leben Enttäuschungen gibt, nicht alles gerecht zugeht, Geschwister gemein sein können und auch Eltern Fehler machen. Ihr Vertrauen enthält Risse, die sich mit Jugend und Erwachsenwerden meist noch vertieft.

Je älter wir werden, desto mehr schärft sich unser Blick dafür, wie viel auf dieser Welt auch schiefläuft, für Leid und für Tragik. Und die Frage kommt auf:

Können wir noch an die Zukunft glauben? An das Gute im Menschen?

Menschen neigen zum Schwindeln, Täuschen und Betrügen – und sie tun es immer hemmungsloser.

Wem aber kann man sich dann noch anvertrauen? Wem vertrauen wir in unserem Alltag? Kann unser tiefes Bedürfnis nach Frieden und Geborgenheit in dieser Welt überhaupt gestillt werden?

Im fernen Süden hatten einmal zwei Gärtner je einen Ölbaum gepflanzt. „Herr“, bat der eine, „sende einen erquickenden Regen, dass mein Bäumchen Wurzeln fassen kann!“ Und der Herr erfüllte die Bitte. „Nun darf die Sonne scheinen“, sagte der gläubige Gärtner.

„O Herr, lass den Himmel sich klären!“ Da kam die Sonne und erwärmte die feuchte Erde. „Wenn jetzt doch der Frost kommen möchte“, dachte er eines Tages, als es ihm gut dünkte „damit die Rinder erstarke!“ Und siehe, bald hatte sich ein silberner Reif auf das Bäumchen gelegt. Da ging das Bäumchen ein.

Traurig erzählte der erste Gärtner seinem Kollegen von dem Missgeschick. „Dein Baum steht frisch und blühend und meiner ist eingegangen, trotz allem!“, sagte er zu jenem und erzählte ihm, was er alles getan hatte.

„Ich habe mein Bäumchen ganz in Gottes Hand gestellt“, sagte der zweite Gärtner, „denn ich dachte mir, ER, der die Bäume erschaffen hat, muss am besten wissen, wessen sie bedürfen. So habe ich Gott keinen Rat erteilt und keine Bedingungen gestellt, sondern nur gebetet: Tu deine milde Hand auf, nimm dich seiner an!“.

Es ist besser auf den Herrn zu vertrauen als auf den Menschen.

Psalm 118,8

Der Glauben

In dieser Geschichte geht es um etwas, was wir für unser Leben unbedingt brauchen: Die Erkenntnis, dass es jemanden gibt, dem wir unter allen Umständen uneingeschränkt vertrauen können – kein fehlerhafter Mensch, sondern ein liebender, gütiger Gott.

Glaube kann nicht nur Berge versetzen, sondern auch Menschen vor Krankheiten schützen. Mehr als 1200 unabhängige Untersuchungen haben in den vergangenen Jahren die Beobachtung bestätigt, dass Religiosität ein wirksames Medikament sein kann.

Menschen, die an eine höhere Macht glauben, sind weniger oft im Krankenhaus, genesen schneller von Krankheiten, haben einen niedrigeren Blutdruck und scheinen besser gegen Herz- und Kreislaufkrankheiten geschützt zu sein.

Sie sind ferner nach Operationen schneller wieder auf den Beinen und benötigen weniger Schmerzmittel, sie reagieren auf Belastendes weniger mit Depression und erholen sich meist in kürzester Zeit, wenn sie dennoch einmal depressiv werden.

Zudem fördert der Glaube an einen freundlichen Gott, der Schwäche nachsichtig beurteilt, in Verbindung mit emotionaler Geborgenheit in einer Glaubensgemeinschaft, psychisches und körperliches Wohlbefinden deutlich.

(Mehr zur heilenden Kraft des Glaubens könnt Ihr im Artikel: „Der wahre und lebendige Glaube“ lesen.)

Vertrauen – wie leicht oder wie schwer ist es für uns, Vertrauen zu haben?

Echtes Vertrauen ist eine Grundeinstellung Gott gegenüber. Gott meint es IMMER gut mit mir, auch wenn ich durch schlimme Zeiten gehe, wenn ich bedrängt und bedrückt bin. Gott ist nicht wankelmütig. Das ist unsere Herausforderung: in dieser Grundeinstellung des Vertrauens zu bleiben, wie eng der Weg auch wird.

„Kindliches Vertrauen“ in Gott ist der sicherste Weg durch das Leben. Gerade in „Stürmen und Gewittern“, also gerade dann, wenn wir meinen, Gott lasse uns im Stich, dürfen wir uns an Gott klammern, so wie sich Kinder an ihre Mütter oder Väter klammern, wenn sie Angst haben.

Auf Gott vertrauen bedeutet Frieden, Freude, Heiterkeit, Sicherheit, Stärke. An Gott zweifeln bedeutet Einsamkeit, Traurigkeit, Angst.

Möchtest Du Gott kennenlernen? Du kannst es! Lerne einfach, auf Seine Stimme zu hören. Er redet zu uns durch sein Wort, im Gebet, in der Stille, in der Natur. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass wir uns ihm anvertrauen und zuversichtlich an seiner Hand gehen, in der Gewissheit, dass ER für uns sorgt:

Im Alltag:

„und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.“

Matthäus 28:20

In Gefahren:

„Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, rette uns! Wir kommen um!“

Matthäus 8:25

In Nöten:

„Und Jesus begann und sprach zu ihm: Was willst du, daß ich dir tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, daß ich sehend werde!“

Markus 10:51

In Krankheit:

30. Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber danieder, und sogleich sagten sie ihm von ihr.

31. Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen.“

Markus 1:30,31

Bei Erfolgen:

„Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen!“

Lukas 10:17

In Fragen:

„Als er aber auf dem Ölberg saß, traten die Jünger allein zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird dies geschehen, und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein?“

Matthäus 24:3

In Schwierigkeiten:

35. Und als nun der Tag fast vergangen war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: Dieser Ort ist einsam, und der Tag ist fast vergangen.

36. Entlasse sie, damit sie in die Höfe und Dörfer ringsumher gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen.“

Markus 6:35,36

Bei Versagen:

28. Und als er in ein Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?

29. Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren außer durch Gebet und Fasten.“

Markus 9:28,29

Bei Enttäuschungen:

„Und sie fingen alle einstimmig an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß unbedingt hinausgehen und ihn ansehen; ich bitte dich, entschuldige mich!“

Lukas 14:18

Bei schmerzlichen Verlust:

„Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wenn du hier gewesen wärst, mein Bruder wäre nicht gestorben!“

Johannes 11:21

Bei wichtigen: Entscheidungen:

5. Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand;

6. erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen.“

Sprüche 3:5,6

In der Nacht:

1. Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, der bleibt unter dem Schatten des Allmächtigen.
2. Ich sage zu dem Herrn: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue!
3. Ja, er wird dich retten vor der Schlinge des Vogelstellers und vor der verderblichen Pest;
4. er wird dich mit seinen Fittichen decken, und unter seinen Flügeln wirst du dich bergen; seine Treue ist Schirm und Schild.
5. Du brauchst dich nicht zu fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der bei Tag fliegt,
6. vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag verderbt.
7. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen;
8. ja, mit eigenen Augen wirst du es sehen, und zuschauen, wie den Gottlosen vergolten wird.
9. Denn du [sprichst]: Der Herr ist meine Zuversicht! Den Höchsten hast du zu deiner Zuflucht gemacht;
10. kein Unglück wird dir zustoßen und keine Plage zu deinem Zelt sich nahen.
11. Denn er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen.
12. Auf den Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.
13. Auf den Löwen und die Otter wirst du den Fuß setzen, wirst den Junglöwen und den Drachen zertreten.
14. »Weil er sich an mich klammert, darum will ich ihn erretten; ich will ihn beschützen, weil er meinen Namen kennt.
15. Ruft er mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn befreien und zu Ehren bringen.
16. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und ihn schauen lassen mein Heil!«“

Psalm 91

In der Welt heute gibt es viele Stimmen – laute, fordernde Stimmen. Und dann gibt es jene leise, innere Stimme Gottes, die von allen kennengelernt und gehört werden kann. Schenken Sie Ihr Vertrauen Gott. Der beste Weg dazu ist, auf Jesus zu hören, den Sohn Gottes.

Versuche es noch heute!

In der Bibel sind alle seine Lehren, Geschichten, Gleichnisse und großartigen Wundertaten aufgeschrieben. Es lohnt sich diese nachzulesen. Geben Sie den Texten die Möglichkeit, ihre Wirkung zu entfalten.

 

Lesen Sie lieber nur ein paar Zeilen oder einen Abschnitt und denken Sie dann darüber nach, was das für Sie und Ihr Leben bedeuten könnte.

Warum fangen Sie nicht heute noch an, dieses einzigartige Buch zu lesen – z.B. mit dem „Matthäus-Evangelium“, das viele über Jesus berichtet? Es wird Ihr Leben positiv verändern und Ihnen neues Vertrauen schenken.

„6. Nur auf Gott warte still meine Seele; denn von ihm kommt meine Hoffnung.

7. Nur er ist mein Fels und mein Heil, meine sichere Burg;  ich werde nicht wanken.

8. Auf Got ruht mein Heil und meine Ehre; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in Gott.

9. Vertraue auf ihn allezeit, o Volk, schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht. (Sela.)“

Psalm 62: 6-9

Comments are closed.